Erhaltung der Natur und Gesundung unserer Umwelt sind die Grundgedanken
der ökologischen Landwirtschaft. Eine Überdüngung der
Böden und der Einsatz von Pestiziden sind wegen erhöhter
Nitratbelastung und der Boden- und Grundwasserverschmutzung zu einem
bekannten Problem geworden. Die große Zahl von Allergikern ist
nur ein Indiz für diese Entwicklung.
Vor diesem Hintergrund ist es sinnvoll, Weine auszuwählen, die
mit einem Minimum an Zusatzstoffen an- und ausgebaut werden. Die Weine
aus unserem Sortiment gewährleisten diese Qualitäten.
Der Begriff ökologische Erzeugung und die entsprechende Kontrolle
sind seit 1992 in einer EG-Verordnung festgelegt. Sie legt die Einzelheiten
dieser Wirtschaftsweise unmissverständlich fest.
Einmal jährlich wird jeder dieser Betriebe kontrolliert. Die
Kontrollen dürfen nur von unabhängigen, staatlich zugelassenen
Kontrollstellen durchgeführt werden. Jeder echte Öko-Betrieb
kann also Jahr für Jahr ein Zertifikat vorweisen. In der Regel
wird dieser Sachverhalt unter Nennung der Kontrollnummer auf der Flasche
angegeben. Missbrauch ist mit Einführung der Verordnung so gut
wie ausgeschlossen.
Das Anliegen des ökologischen Weinbaus ist die Erzeugung hochwertiger
Weine bei gleichzeitiger Erhaltung der Umwelt, in der die Reben wachsen.
Verantwortungsbewusste Winzer verzichten auf kleine C-Waffen in ihren
Weinbergen und Kellern. Sie setzen statt dessen auf pflanzliche und
mineralische Präparate und fördern Nützlinge gegen
Schadinsekten, um das natürliche Gleichgewicht zu erhalten.
Da Monokulturen dauerhaft den Boden zerstören, werden die Weinberge
begrünt: verschiedene Kleesorten, Gräser, Wicken, Sonnenblumen,
Bienenfreund, Lupine und Malven wachsen zwischen den Rebstöcken
- auch für die Augen ein Genuss.
Daneben wird ein möglichst geschlossener Produktionskreislauf
wiederhergestellt: Traubenreste und Hefe werden als organische Düngemittel
in die Weinberge zurückgeführt und ersetzen entzogene Nährstoffe.
Das ist optimales Recycling!
Ein Problem auch des ökologischen Weinbaus ist die Verwendung
von Kupferpräparaten in Form der sogenannten "Bordelaiser
Brühe". Der Winzer setzt dieses Mittel gegen Pilzkrankheiten
ein. Für diese seit Jahrhunderten im Weinbau gebräuchliche
Anwendung gibt es noch keinen wirksamen umweltunschädlichen Ersatz.
Doch Kupferpräparate werden inzwischen so gering dosiert ausgebracht,
dass die Belastung des Bodens mit der früherer Jahre nicht mehr
vergleichbar ist.
In konventionell erzeugten Weinen lassen sich chemische Pflanzenschutzmittel
nachweisen. Diese und andere Zusätze können dem Weingenießer
Gesundheitsbeschwerden bereiten. In vielen Fällen führt
z. B. der Zusatz von Sorbin- oder Ascorbinsäure zu Allergien.
Behandelte Korken können gefährliche Stoffe in den Wein
abgeben.
Bei der ökologischen Weinbereitung sind die meisten Schönungsmaßnahmen
verboten (Schönen = Zusatz bestimmter Stoffe zur Entfernung der
Trübungsteilchen oder der Trübungsverursacher). Erlaubt
ist nur eine Klärung mit natürlichen Stoffen wie Eiweiß
oder Bentonit.
Schwefel und seine Verbindungen bereiten in höheren Dosierungen
vor allem Allergikern und Asthmatikern Probleme. Ein Zuviel an Schwefeldioxid
beeinträchtigt den Vitamin-B1-Haushalt im menschlichen Körper.
Ob der Schwefelzusatz allerdings allein für Kopfschmerzen am
Folgetag verantwortlich ist, gilt als umstritten. Öko-Winzer
beschränken sich auf maximal zwei Drittel der gesetzlich zugelassenen
Mengen. In der Regel verwenden sie erheblich weniger. Ein geringer
Schwefelzusatz ist allerdings unumgänglich, da der Wein ohne
ihn an Qualität und Haltbarkeit einzubüßen droht.
Die Maßnahmen des ökologischen Weinbaus erfordern einen
höheren handwerklichen Arbeitsaufwand. Zudem lassen sich mit
umweltschonenden Mitteln nicht immer stabile und hohe Erträge
erzielen. Öko-Winzer nehmen einen gesunden Ertragsverlust jedoch
bewusst in Kauf, da dieser oft mit einer Qualitätssteigerung
der gelesenen Trauben einhergeht.
Immer mehr der Spitzenbetriebe wie beispielsweise so namhafte Betriebe
wie die Domaine Leroy/Burgund, Weingut Freiherr Heyl zu Herrnsheim/Nierstein
oder Fetzer/Kalifornien steigen auf ökologische Erzeugung um.
Auch der Verband der Deutschen Prädikatsweingüter VDP empfiehlt
seinen Winzern die Umstellung. Ein höheres Preisniveau der Weine
kann die Folge des erhöhten Arbeitsaufwandes und des geringeren
Ertrages sein - manchmal, aber nicht immer.
Wein ist nicht nur etwas für Genießer, er gilt auch als
gesundheitsfördernd. Die Wissenschaft hat mittlerweile nachgewiesen,
dass mäßiger aber regelmäßiger Weingenuss das
Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindert.
Wein ist also auch ein feines Lebens-Mittel. Sein Genuss ist gesund,
der von Öko-Wein ist auf jeden Fall gesünder!
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